Auf dem Flugplatzareal gibt es wertvolle, beschützenswerte Natur.
So eine seit Jahrzehnten durch keine schädlichen Einträge (Düngung, „Schädlingsbekämpfung“, Auftausalze, …) belastete Grünfläche direkt am Rand der Stadt ist ein Glücksfall für die Stadt Freiburg und unbezahlbar wertvoll auch für folgende Generationen.

Auf dem trockenen, dünnen und nährstoffarmen Boden gedeihen Magerrasen "von regionaler Bedeutung"

Auf dem trockenen, dünnen und nährstoffarmen Boden gedeihen Magerrasen „von regionaler Bedeutung“

Das Hauptargument der Stadt für einen Stadionbau im Wolfswinkel ist die Tatsache, dass das Grundstück der Stadt gehört und damit „nichts koste“. Das ist nicht wahr: die Zeche bezahlt die Natur und der Klimaschutz und damit die gesamte Bevölkerung der Stadt.
Hätte die Stadt nicht schon vor über 100 Jahren entschieden, hier einen Verkehrslandeplatz anzulegen, wäre die Fläche längst für die Natur, das Stadtklima und damit für die Bürger verloren.

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Schafe auf dem Flugplatz am Fuße des Wolfsbucks (Start-/Landebahn rechts im Bild)

Denn der Flugplatz benötigt große Grünflächen als „Betriebsfläche“ – und schützt diese damit automatisch und kostenneutral (für die Start-/Landebahn müssen die Nutzer als einzige „Straße“ in Freiburg eine „Maut“ in Form von Landegebühren bezahlen)!
Den Wert für Natur und Stadtklima bestätigen auch ein Klimagutachten und der Landschaftsplan der Stadt Freiburg:
Auszug aus Landschaftsplan 2020, auf Grundlage von Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG1) und Naturschutzgesetz Baden-Württemberg erstellt:

[Seite 41] Die Niederung der Dreisam, das offene Flugplatzgelände und die Landwirtschaftsflächen südwestlich des Gewerbegebiets Haid bzw. von St. Georgen (Bodenmatten) fungieren als regionale Luftleitbahnen. Sie begünstigen aufgrund ihrer Rauigkeit, ihrer Ausrichtung relativ zu den Hauptwindrichtungen und ihrer geringen Schadstoffbelastung den Austausch belasteter Luftmassen in Siedlungsgebieten gegen weitgehend frische Luft aus der Umgebung.

[Seite 57] Auf dem Flugplatzgelände sind Einzelvorkommen der Dorngrasmücke sowie des Grünspechts nachgewiesen worden. Das Mosaik aus offenen kurzrasigen Stellen in den Mager-/ Trockenrasen und höherwüchsigen Saumstrukturen, vor allem im klimatisch wärmeren Südteil, ist zudem Lebensraum der Braunfleckigen Beißschrecke, als einem von nur drei Vorkommen dieser Art in Baden-Württemberg (weitere bei Kehl und Müllheim) und für Deutschland insgesamt. Die Freiflächen sind darüber hinaus Lebensraum zahlreicher, seltener und bestandsbedrohter Wildbienen/ Stechimmen, Laufkäfer und Schmetterlinge.

den selten gewordenen Feldhasen fühlen sich auf dem Areal wohl

den selten gewordenen Feldhasen fühlen sich auf dem Areal wohl

[Seite 138] Aus: Tab. 4-18: Leistungsfähigkeit der Freiflächen: Bewertungskriterien und jeweils betroffene Gebiete (nach STEINICKE & STREIFENEDER + IMA 2003)
Sehr hohe Bedeutung • Kaltluftentstehungsgebiete, Luftleitbahnen und Waldbestände mit direktem Bezug zum Siedlungsraum (Kalt- bzw. Frischluftlieferanten für stark bis mäßig belastete Siedlungsgebiete mit überwiegender Wohnnutzung):
…, Flugplatz, …

[Seite 139] Luftleitbahnen, Bergwind, Talaufwind und Kaltluftabflüsse
Die weitgehend unbelasteten regionalen (Flugplatz, …) und lokalen (…) Luftleitbahnen sind aus lokalklimatischer Sicht von sehr hoher Bedeutung.

[Seite 249] Auf dem Flugplatz kommen großflächig Bestände von Mager- und Trockenrasen auf kiesig-sandigem, trockenem Standort vor.
Zielzustand: Mosaik aus Mager-/ Trockenrasen mit offenen, kurzrasigen Stellen und höherwüchsigen Saumstrukturen.
Das Umfeld der Start- und Landebahnen zeichnet sich weiterhin durch ein Mosaik aus Mager-/ Trockenrasen mit offenen, kurzrasigen Stellen und höherwüchsigen Saumstrukturen aus.
Als Leitart dient die bundes- und landesweit vom Aussterben bedrohte Braunfleckige Beißschrecke.
Mit diesem Vegetationsmosaik wird das Gebiet seinem Biotopentwicklungspotenzial gerecht (historische Aufschotterung der Dreisam, trocken-warmer Extremstandort).
Darüber hinaus bleibt die besondere lokalklimatisch-lufthygienische Bedeutung des Flugplatzes bestehen.
Die Freiflächen des Flugplatzes sind aufgrund ihrer besonderen bioökologischen Bedeutung ein Vorrangbereich für den Naturschutz und die Landschaftspflege. Die extensive Nutzung der Freiflächen vermindert Stoffeinträge in Boden und Grundwasser. Aus lokalklimatisch-lufthygienischer Sicht steht der Erhalt der Freiflächen als Kalt- und Frischluftentstehungsgebiete überwiegend mit direktem Bezug zum Siedlungsraum, der Erhalt des Einflusses des Höllentälers (nächtlicher Bergwind aus dem Schwarzwald, Talaufwind am Tage) sowie der Funktion des Flugplatzes als unbelastete regionale Luftleitbahn im Vordergrund. Für die landschaftsorientierte Erholung spielen die Flächen im Umfeld des Flugplatzes eine wichtigere Rolle (insb. Wolfsbuck).

[Seite 250] Das Mosaik aus Mager-/ Trockenrasen mit offenen, kurzrasigen Stellen und höherwüchsigen Saumstrukturen im Bereich des Flugplatzes soll entsprechend den festgesetzten und bereits stattfindenden Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen erhalten werden (u. a. Ausgleichsfläche i. R. d. Bebauungsplans für das Universitätsquartier, Pflege- und Entwicklungsplan Teilfläche Flugplatz Freiburg) … Die Magerrasen sowie ein Gehölzbestand sind naturschutzrechtlich besonders geschützte Biotope.

Quelle: Website der Stadt Freiburg: http://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/330877/landschaftsplan_textteil.pdf