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Nach Ende der Offenlage der Stadt Freiburg zur geplanten Bebauung am Wolfswinkel am 7. August 2017 wurden von Seiten der BI Pro Wolfswinkel alle der Öffentlichkeit zugänglichen Unterlagen eingehend und gutachterlich auf kritische – widersprüchliche oder noch offene und zu klärende – Punkte geprüft. Vor Ablauf der Frist hat die Bürgerinitiative in Vertretung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger aus der Anwohnerschaft Einwendungen bei der Stadt Freiburg eingereicht.

Überprüft wurden die von Seiten der Stadt vorgelegten Unterlagen und Gutachten zur geplanten Bebauung des Stadions sowie der Universität auf Belange des Lärm-, Natur- und Umweltschutzes. Die von Seiten der BI Pro Wolfswinkel beauftragten Gutachter für Natur- und Umweltschutz sowie der Rechtsbeistand der BI haben zahlreiche fragwürdige Punkte zu Tage gebracht.

Insgesamt belegen die Bebauungspläne der Stadt, dass es durch die Universitätsbauten sowie einem 365-Tage-Stadion mit daraus resultierendem erhöhtem Verkehrsaufkommen zu erheblichen Lärmbelästigungen im Stadtteil Mooswald kommen wird. Die Lebensqualität der Bewohner wird erheblich eingeschränkt werden, gesundheitliche Folgen sind nicht auszuschließen.

Die Überprüfung der von Seiten der Stadt vorliegenden Gutachten und Unterlagen in Bezug auf Natur- und Umweltschutz belegen eine Reihe von Mängeln und legen den Verdacht nahe, dass der Naturschutz unzureichende Beachtung gefunden hat.

Den Unterlagen der Offenlage zufolge liegen noch keinerlei Genehmigungen vor. Offensichtlich gibt es bislang zu allen, für eine Planungsreife erforderlichen Genehmigungen ausschließlich vage Aussagen, die sich auf Prognosen der Unteren Naturschutzbehörde berufen. Da es sich bei Prognosen lediglich um angenommene Vorhersagen handelt, können diese auch zu Fehlprognosen führen. Welche Auswirkungen diese auf die im Planungsgebiet einmalige und absolut schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt hat, ist nicht abzusehen.

Nach den faunistischen Gutachten ist im Plangebiet der bodensaure Magerrasen Lebensraum von über 80 Wildbienenarten und 20 Heuschreckenarten, wovon einige vom Aussterben bedroht sind. Außerdem wurden noch viele andere geschützte Tierarten in dem Plangebiet gefunden (Haselmäuse, Fledermäuse, besondere Vogelarten, Zauneidechsen). Bei den Dohlen nimmt man in Kauf, dass die Freiburger Brutplätze möglicherweise wegen Nahrungsmangel aufgegeben werden müssen.

In letzter Zeit war in den Medien oft zu lesen, dass sich Naturschutzverbände aber auch die Landesregierung, in Person unseres Ministerpräsidenten Kretschmann alarmiert zeigen mit Blick auf das bedrohliche Bienen- und Schmetterlingssterben. In Green City scheint das niemanden zu beeindrucken und über Begriffe wie “Schutz, Verbot und Tatbestand” setzt man sich hinweg.

Aufgrund der essenziellen Rolle als Nahrungshabitat, der Sammelplätze sowie der wichtigen Lebensqualität und -funktion dieses einzigartigen Areals spricht sich die BI Pro Wolfswinkel gegen eine Bebauung dieses wertvollen und hochwertigen Areals aus.

Mit den eingereichten Einwendungen durch die Bürgerinitiative sowie der Bürgerschaft bringen wir deutlich zum Ausdruck, dass wir die für den Stadtteil einhergehenden Einschränkungen und Belastungen nicht hinnehmen werden und von der Stadt deutliche Signale in Hinblick auf noch offene, nicht geklärte Punkte sowie noch ausstehende Genehmigungen erwarten.

Vorstand der BI Pro Wolfswinkel