Aktuell: um gut 25% stieg in den ersten 7 Monaten 2013 die Zahl der über den Verkehrslandeplatz Freiburg aus- und eingeflogenen Organspenden im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Und das trotz bundesweitem Rückgang der verfügbaren Organspenden.
Mehr Infos und Fots auf: „www.City-Flugplatz-Freiburg.de“

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Organtransport in Freiburg: der zuständige Flugbetrieb fliegt keinen anderen Flughafen häufiger mit Organen an. Meist sind nur Jet- oder Jetprop-Flugzeuge schnell genug

Die komplette oder fallweise Schließung des öffentlichen Verkehrslandeplatzes ist immer noch offene Option der Stadt!

Dazu die Aussage Prof. Beyersdorf, Chef am Transplantationszentrum der Uniklinik Freiburg. („Badische Zeitung“, 10.3.´12.):
„Der Flugplatz ist für uns extrem wichtig und wird immer wichtiger !“

Zitate aus einem Schreiben von Herrn Prof. Beyerdorf an Herrn Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon
zur Bedeutung des Freiburger Verkehrslandeplatzes für die Organflüge, und warum andere Flugplätze (Basel/Hubschrauber) keine Alternativen sind:

„… Für die thorakalen Organe [Anm.: Herz, Lunge] ist es wissenschaftlich einwandfrei erwiesen, dass eine lange Transportzeit den Erfolg der Transplantation extrem gefährdet. Bereits ab einer Transportzeit von 1,5 Stunden nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit der Herztransplantierten ab. …
Ein Umweg über den Flughafen Basel bedeutet für das Transplantationszentrum Freiburg eine zusätzliche Transportzeit von 45-60 min. Aus diesem Grund konnten … bereits mehrere Spenderherzen und -lungen aufgrund zu langer Transportzeiten nicht akzeptiert werden.
[Anm.: auch die Flugplätze Bremgarten und Lahr sind zu weit weg und können wegen fehlender Nachtflugberechtigung nicht für diese Organflüge genutzt werden].

Intensiv-Patientenverlegung: Verkehrslandplatz Freiburg ist für Nachtlandungen alternativlos.

Intensiv-Patientenverlegung: Verkehrslandplatz Freiburg ist für Nachtlandungen alternativlos.

Freiburg ist in Baden-Württemberg der einzige Transplantationsstandort für Lunge und einer von zwei Standorten für Herztransplantationen. Darüber hinaus sieht die Medizinstrukturkommission des Landes Baden-Württemberg durch die geplante Fusion der Herz-Kreislaufzentren in Freiburg und Bad Krozingen die Möglichkeit, ein internationales, leistungsfähiges Exzellenz-Zentrum in unserer Region zu etablieren. Dadurch ist eine optimale Infrastruktur mit einem funktionierenden Flughafen unerlässlich. …“

Niemand kann verbergen, dass ein Stadionbau „im Wolfswinkel“ eine fatale Vernichtung der Klimafunktion dieses Areals für ganz Freiburg darstellt (laut bestehendem Klimagutachten) und sowohl die Anwohner als auch den Flugbetrieb (entgegen den Beteuerungen der Planer) massiv belasten würde. Die Flieger, die die Graspisten brauchen (Segelflug, Oldtimerflug), sowie die Fallschirmspringer mit ihrem 300m messenden Sprungkreis, werden ohnehin „gestrichen“ (den angekündigten „Ersatz“ blieb die Stadt bisher schuldig).
Und wegen der übrigen Planungsprobleme halten auch die Planer die Möglichkeit offen, mit dem Stadion andere Flächen in der Stadt zu bebauen oder den Flugbetrieb ganz einzustellen.

Patientenflug: Verkehrslandplatz Freiburg ist aus ganz Europa non-Stop erreichbar

Patientenflug: Verkehrslandplatz Freiburg ist aus ganz Europa non-Stop erreichbar

Als sichtbaren Beweis wurde jetzt zwei Flugsportvereinen (einer mit reinem Motorflug) verweigert, neue Flugzeughallen zu bauen, obwohl die Stadt sagt, der Motorflugbetrieb solle neben dem Stadion uneingeschränkt weitergehen.
Diese Vereine hatten extra zu diesem Zweck bereits Pachtverträge geschlossen und die neuen Hallen liegen nicht im geplanten Stadionbereich, sondern auf der anderen Seite des Flugplatzareals, wo sie einem Stadionbau nicht im Wege wären.
Dem Motorflugverein wurde vom Gemeinderat 2011 ein Zuschuss von 50.000,- Euro plus 25.000,- für den Abriss der alten Halle zugesprochen – weil die Stadt das bisherige Gelände für andere Zwecke haben wollte. Der alte Pachtvertrag wurde entsprechend gekündigt und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis die bisherige Halle abgerissen wird und der Verein keinen Platz mehr für die 8 Flugzeuge hat (Großteils in langwieriger Eigenarbeit restaurierte Oldtimer)

Weitere Bedrohung des Flugbetriebs:
Schon jetzt steht fest, dass das Stadion größer wird, als von der Stadt in den Entwürfen angegeben. Aber dieser Plan reizt die zugelassenen Mindestabstände bereits bis auf den Meter genau aus – dies bedroht direkt die Organ-, Patienten-, Rettungs- und Geschäftsreiseflüge in Freiburg, weil dadurch der gesetzliche Mindestabstand zur Piste unterschritten würde.

Krankentransport: wenn es eilt, werden keine Hubschrauber eingesetzt

Krankentransport: wenn es eilt, werden keine Hubschrauber eingesetzt

Auch die Kräne in der Bauphase und die Flutlichtanlage wären eine Gefahr für die Organflüge (die zu 50% bei Dunkelheit erfolgen), ebenso wie die Turbulenzen, die das Stadion bei Westwind auf der Piste verursachen würde.

Problematisch ist auch die Nähe der Sicherheitsanlagen des Verkehrslandeplatzes zu Zuschauermassen: Denn mit Randalierern muss gerechnet werden. Ein stabiler Zaun ist nicht zulässig, da zu gefährlich im Panikfall (war auch beim Papstbesuch so).
Es würde daher eine konkrete Gefährdung der Biotope am Flugplatz und die Flugsicherheit geben: Trampelwege durch Sicherheitsauslaufflächen, Flaschen und Beschädigung (empfindliche Sicherheitstechnik, Tankstellenanlage, …)

Organflüge
Die Organflüge sind für die Freiburger Uniklinik von entscheidender Bedeutung, die Zahl dieser Flüge nimmt ständig zu (Verzehnfachung seit 2009)
Auch die Geschäftsreiseflüge, Patientenflüge und andere berufsbedingte Flüge machen einen immer größeren Anteil aus: über 50% aller Flüge in Freiburg und über 70% der Landegebühren fallen durch Flüge aus medizinischen, betrieblichen oder beruflichen Gründen an.

2010 wurde vor allem für die Organflüge mit Geldern der Stadt und des Landes die Piste in Freiburg nach neuesten EU-Sicherheitsvorschriften und mit modernsten Anlagen zur Befeuerung und Anflugwinkelanzeigen ausgebaut.

Oft landen auch Rettungshubschrauber auf dem Verkehrslandeplatz statt auf der Uniklinik

Oft landen auch Rettungshubschrauber auf dem Verkehrslandeplatz statt auf der Uniklinik

Im Genehmigungsverfahren für den Sicherheitsausbau bescheinigte der Petitionsausschuss des Landtages, dass der öffentliche Verkehrslandplatz Freiburg mit Betriebspflicht und Tag-/Nachtbetrieb wichtig für die Wirtschaft Freiburgs ist und es für die Organflüge keine Alternative gebe: Basel ist zu weit weg und die Flugplätze Lahr und Bremgarten werden wegen fehlender Nachtflugberechtigung in der Regel nicht angeflogen.
Hubschrauber kommen nicht zum Einsatz, weil Freiburg für die zeitkritischen Organspenden zu weit entfernt von anderen Kliniken ist für die langsamen Hubschrauber. Das gilt auch für Weitertransport von Basel, der über 30Min (gemessene Zeit) zusätzlich verlangt – bei meist nur wenigen Minuten Reserve.

Außerdem ist der Verkehrslandeplatz wichtiger Stützpunkt der Rettungshubschrauber. Außer dem in Freiburg stationierten „Christoph 54“ landen in Freiburg Hubschrauber von 28 verschiedenen Städten aus ganz Deutschland, der Schweiz und Frankreich.
Diese Hubschrauber landen zu 50% auf dem Dach der Uniklinik, die restlichen Landungen erfolgen auf dem Verkehrslandeplatz. Oft für Patientenverlegungen, die nicht zur Uniklinik gehen, aber auch wegen der Infrastruktur für Sicherheit, Ausrüstung, Tanken und Wartung – und als Station der Besatzungen.

Krankenverlegungsflug aus Moskau

Krankenverlegungsflug aus Moskau

Flugplatz Freiburg ist Basis für "Christoph 54" (hier mit "Chistoph 11" aus Schwenningen) - hier werden auch Verlegungsflüge gelandet

Flugplatz Freiburg ist Basis für „Christoph 54“ (hier mit „Chistoph 11“ aus Schwenningen) – hier werden auch Verlegungsflüge gelandet

Krankenverlegungsflug aus Nürnberg am Vorabend des Papst-Besuchs 2011: Flutlichtanlagen behindern die Piloten massiv, Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr helfen mit zusätzlichem Ausleuchten bei der Landung an der Tankanlage des Flugplatzes

Krankenverlegungsflug aus Nürnberg am Vorabend des Papst-Besuchs 2011: Flutlichtanlagen behindern die Piloten massiv, Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr helfen mit zusätzlichem Ausleuchten bei der Landung an der Tankanlage des Flugplatzes