Das Flugplatzareal ist Frischluftschneise und zugleich die wichtigste Abkühlfläche Freiburgs.

Kaltluftsee Flugplatzareal bei Nacht im Sommer Wärmebild: "Landschaftsplan 2020", Stadt Freiburg

Kaltluftsee Flugplatzareal bei Nacht im Sommer
Wärmebild: „Landschaftsplan 2020“, Stadt Freiburg

Auszüge aus Klimagutachten zum Einfluss des Flugplatzareals auf das Freiburger Stadtklima
(Diese Gutachten sind von der Stadt in Auftrag gegeben worden, sind dort also bekannt):

Thema: Luftverbesserung für die Innenstadt bei Tag:
„… Eine weitere große Freifläche mit sehr hoher Ausgleichsfunktion ist der Bereich des Flugplatzes, der vor allem tagsüber bei belastenden Wetterlagen das Einströmen kühlerer relativ gering belasteter Luftmassen vom Mooswald her in Richtung Hauptfriedhof und die daran angrenzenden Wohngebiete ermöglicht. …
… Die Analyse des Stadtklimas sollte keinen Alibifaktor darstellen, sondern ihre Möglichkeiten als solide Abwägungsbasis für Entscheidungsträger erkannt und angewandt werden.
Dies gilt vor allem für Städte, die unter dem Druck der weiteren Bebauung und Verdichtung stehen, insbesondere wenn sie im Süden Deutschlands liegen. Die klimatischen Verhältnisse in Ballungsräumen gewinnen immer mehr an Bedeutung, wenn man die Klimawandeldiskussion berücksichtigt und die Aspekte von Erhöhung der globalen Lufttemperaturen sowie das Auftreten von Extremereignissen im Auge behält …“
(Quelle: www.ima-umwelt.de)

kühle Luft sinkt ab: eine empfindliche Strömung in die Wohngebiete setzt ein

kühle Luft sinkt ab: eine empfindliche Strömung in die Wohngebiete setzt ein

Thema: Abkühlfaktor für Innenstadt und Mooswaldsiedlung:
„… – während klarer Nächte betrugen der Temperaturunterschiede zwischen dem Flugplatz und den benachbarten Baugebieten bis zu 6°C …
hierraus wird abgeleitet, dass das Flugplatzgelände ein ‚Eigenklima‘ produziert, bedingt durch die nächtliche Ausstrahlung einerseits und die erhebliche Einstrahlung mit Bodenerwärmung tagsüber. Hierdurch werde die Zufuhr von etwas kühlerer Luft aus dem Mooswaldgebiet begünstigt … .
Basierend auf diesen Ergebnissen wurden folgende Planungsempfehlungen ausgesprochen:
– Freihalten der klimaökologisch wirksamen Freiräume südlich der Deponie Wolfsbuck
[„Wolfswinkel“]
(Quelle: Klimagutachten der Stadt Freiburg)

Nebel macht den flachen Kaltluftsee sichtbar. Genau hier ist das Stadion geplant. Klimagutachten bescheinigt: die Kühlluftschneise am Wolfswinkel darf nicht bebaut werden, selbst Bäume sind nicht zulässig. Und genau hier sollen die Stadionanlagen gebaut werden:

Nebel macht den flachen Kaltluftsee sichtbar. Genau hier ist das Stadion geplant.
Klimagutachten bescheinigt: die Kühlluftschneise am Wolfswinkel darf nicht bebaut werden, selbst Bäume sind nicht zulässig.
Und genau hier sollen die Stadionanlagen gebaut werden:

Die wichtige Funktion des freien Flugplatzareals gegen die Klimaerwärmung der Stadt Freiburg liegt an zwei wertvollen Eigenschaften des unbebauten Areals, die zu erhalten sind:

Am Flugplatz bildet sich bei klarem Wetter nachts ein Kaltluftsee(blaue Fläche, oberes Bild links). Die tiefe Kiesschicht unter dem Flugplatzareal lässt Wasser schnell versickern: die sehr dünne Humusschicht und dünne Pflanzendecke kann nur wenig Wasser halten – und damit auch kaum Wärme speichern. Der trockene Boden kühlt daher bei klarem Wetter am Abend schnell aus – und ist kühler als bebaute Gebiete der Stadt. Es entsteht ein See aus kühler, schwerer Luft. Tatsächlich tritt hier die geringste Strahlungstemperatur von Freiburg und Umgebung auf.

Das zweite Wärmebild (rechts oben) mit Blick vom Wolfsbuck Richtung Münster zeigt die niedrigere Temperatur (dunklere Farben) und die wärmere Mooswaldsiedlung (rechts).
Die leichte, wärmere Luft im Freiburger Westen steigt auf, kühle Luft über dem Flugplatzareal sinkt ab: es entsteht eine nur wenige Meter dicke schwache Strömung kühler Luft vom Flugplatz in die Nachbarschaft  Mooswaldsiedlung, Brühl-Beurbarung, altes Güterbahnhofareal und Uni-Klinik. Von diesen schwachen Ausgleichsströmungen mit der Wohlfahrtswirkung der nächtlichen Abkühlung bei Hitzewetterlagen profitieren also die Stadtteile von Freiburg, die nicht vom Höllentäler oder von Hangabwinden beeinflusst werden. Würde der Wolfswinkel bebaut, wäre die „Kühlfläche“ deutlich kleiner und außerdem der schwache Luftstrom durch die Bebauung komplett abgeblockt.

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Die Stadionanlagen würden als Hindernisse und durch Aufheizung den wichtigsten Stadt-Klimaschutz und und wertvolle Natur zerstören.

Basierend auf diesen Erkenntnissen hat die Stadt Freiburg mit dem Fünf-Finger-Plan von „Green City“ ein Konzept zur nachhaltigen Stadtentwicklung (Planung mit Weitblick und Bürgerbeteiligung!) entwickelt und dabei folgende, sachlich gut begründete Kernaussagen getroffen:

„Ein gesundes und ausgeglichenes Stadtklima wird in Zeiten des Klimawandels zu einer immer größeren Herausforderung. Nach den Ergebnissen der Stadtklimaanalyse von 2003 wird jetzt im FNP 2020 Wert darauf gelegt, Kaltluftentstehungsgebiete und Luftleitbahnen inner- und außerhalb der Stadt von Bebauung freizuhalten.

 

Kaltluftsee am Wolfswinkel

Kaltluftsee am Wolfswinkel

Die konsequente und nachhaltige Befolgung dieses Konzeptes durch die Stadt ist für Gesundheit und Wohlbefinden insbesondere für die in dem klimasensiblen Gebiet im Umfeld des Flugplatzareals lebenden Bürger essentiell. Mit dem geplanten Standort für das SC Stadion am Wolfwinkel und der damit notwendigen Verschiebung des Baufensters der Universität nach Westen konterkariert die Stadt ihre eigene, am Wohl der Bürger orientierte langfristige Politik. Sie will offensichtlich auch nicht akzeptieren, dass bereits 1995 die Bürger der Stadt Freiburg genau gesagt haben, was sie von das Klima ignorierenden Planungsentscheidungen halten.