DRUCKSACHE G-14/003.1 (Auszug) vom 10.02.2014 mit Kommentar Jendritzky

7. Klimaökologie

Aktueller Kenntnisstand

Mit der umweltmeteorologischen Untersuchung zum Flugplatzgelände wurde das renommierte Ingenieurbüro Lohmeyer aus Karlsruhe beauftragt. Der Untersuchungsauftrag war inhaltlich mit dem Meteorologen Prof. Helmut Mayer (Universität Freiburg) abgestimmt, der die Stadtverwaltung wissenschaftlich berät.

Das beauftragte Ingenieurbüro hat Inhalte, Methodik und erste Ergebnisse im Dialogforum ausführlich zur Diskussion gestellt sowie eine fachgutachterliche Voreinschätzung zu den Auswirkungen eines Stadionneubaus im Wolfswinkel im Bürgergespräch am 21.01.2014 gegeben. Danach stellen die negativen umweltmeteorologischen Auswirkungen kein K.O.-Kriterium für den Bau eines Stadions dar. Herr Prof. Mayer unterstützt die fachgutachterliche Voreinschätzung des beauftragten Büros. Er geht auf der Grundlage der bisherigen umweltmeteorologischen Erkenntnisse ebenfalls davon aus, dass die negativen Auswirkungen im vorliegenden Fall nicht das Ausmaß und die Intensität eines K.O.-Kriteriums erreichen werden, auch wenn ein Vorhaben mit solcher Größe aus Sicht der Umweltmeteorologie immer negative Auswirkungen auf die atmosphärische Umwelt hat.

Belastbarkeit der Ergebnisse und weiterer Untersuchungsbedarf

Die vorliegende gutachterliche Voreinschätzung basiert auf einer (drei) Simulationen mit Fatal Error bei PROWiMO und Envi-met, in die vorliegende Messdaten von der meteorologischen Station des Deutschen Wetterdienstes auf dem Flugplatzgelände eingeflossen sind. Diese Voreinschätzung ist geeignet, um die Frage nach möglichen K.O..-Kriterien (was wäre denn eines?) für den Stadionneubau am Standort hinreichend genau zu beantworten, um eine Grundsatzentscheidung zu treffen. Sie ermöglicht aber noch keine detailliertere Prognose der umweltmeteorologischen Auswirkungen und ist daher auch noch nicht als Grundlage für eine Planungsoptimierung (Was soll es im Ensemble Stadion und Uni-Westverschiebung an Optimierungsspielräumen geben?) in umweltmeteorologischer Hinsicht geeignet.Wenn der Gemeinderat eine Weiterführung der Planung durch das Bebauungsplanverfahren beschließt, ist ein umweltmeteorologisches Gutachten erforderlich, das belastbare Ergebnisse für die Vermeidung und den Ausgleich negativer umweltmeteorologischer Auswirkungen sowie eine Quantifizierung der unvermeidbaren Belastungen (das müssten dann die Gesundheitsbelastungen sein) beinhaltet. Dies ist jedoch nur auf der Grundlage einer detaillierteren Stadionplanung sinnvoll.

Der Kern der umweltmeteorologischen Fragestellung zum möglichen Stadionstandort auf dem Flugplatz ist nicht, wie sich die umweltmeteorologischen Bedingungen in Folge der Bebauung auf der bebauten Fläche (Uni- Gelände/Stadion-Gelände) ändern, sondern ob sich durch den Bau des Stadions nicht vertretbare umweltmeteorologische Beeinträchtigungen für die umliegenden bebauten Bereiche ergeben, die ein K.O.-Kriterium für den Bau eines Stadions darstellen würden (hier wird das Problem der Auswirkungen der Westverschiebung der Uni-Bebauung auf die Nachbarschaft bewusst ausgeblendet). Die erarbeitete gutachterliche Voreinschätzung hat genau diese Fragestellung untersucht und verneint.

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