Versammlung im Fritz Hüttinger Haus und Vorstellung von Rechtsanwalt Dr. jur. Werner Finger

Wie bereits in der letzten Versammlung der Bürgerinitiative Pro- Wolfswinkel im Juli angekündigt, hat diese nun auch die schriftliche Bestätigung der Anerkennung auf Gemeinnützigkeit vom Finanzamt erhalten. Für die Bürgerinitiative ist dies ein wichtiger Schritt für die zukünftige Arbeit, die es ermöglicht Spendenbescheinigungen auszustellen.

Doch nicht nur die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und die Verabschiedung einer Satzung standen auf der Tagesordnung der Versammlung, vielmehr galt diese der Vorstellung von Rechtsanwalt Dr. Werner Finger. Als Partner der Sozietät Deubner & Kirchberg aus Karlsruhe, Vertrauensanwalt der Stadt und des Landkreises Karlsruhe ist er schwerpunktmäßig auf den Gebieten des Verfassungs-, Verwaltungs- und des Baurechts tätig. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist er auch Dozent und Lehrbeauftragter an verschiedenen Institutionen und Lehreinrichtungen. Herr Dr. Finger wird die Bürgerinitiative Pro-Wolfswinkel bei allen Schritten des anstehenden Verfahrens zum geplanten Stadion am Standort Wolfswinkel beraten und deren Interessen gegenüber der Stadt Freiburg wahrnehmen.

Gleich zu Eingang seiner Vorstellung erklärte Herr Dr. Finger den über 250 anwesenden Mitgliedern der Bürgerinitiative, dass er weder dem SC Freiburg Steine in den Weg legen, noch dessen Bedeutung für die Stadt absprechen wolle. Vielmehr ginge es ihm nach eingängigem Studium der Aktenlage um die Berücksichtigung der Interessen der Mitglieder der Bürgerinitiative Pro-Wolfswinkel bei der Wahl des Standortes des geplanten SC Stadions im Wolfswinkel.

„Entgegen vieler Meinungen, seien die Würfel noch lange nicht gefallen und das Verfahren stünde erst ganz am Anfang“, so Herr Dr. Finger in seinen Ausführungen. Er ermutigte die BI- Mitglieder weiter zu machen und sich bewusst bei allen Schritten des anstehenden Verfahrens einzubringen. Der Fokus liege dabei auf Aspekten des Lärm-, Arten- und Klimaschutzes. Auch bereits vorliegende Vorexpertisen von Koryphäen müssen nicht hingenommen werden. Die Erfahrungen aus anderen Verfahren zeigen, dass in nicht seltenen Fällen, auch diese wiederlegt werden konnten. In der jetzt vorliegenden Phase gilt es mit Sachverstand Fragen zu stellen und diese einzubringen. Dazu wird sich Herr Dr. Finger eng mit dem Vorstand der BI abstimmen.

Persönlich verärgert zeigte sich Herr Dr. Finger über die Außendarstellung der BI Pro-Wolfswinkel, die ihm zu sehr in das Lager der „Wutbürger“ gedrängt würde. Auch die Argumente, diese würde die eigenen Interessen vor das Wohl der Stadt und des SC stellen, sieht er nicht gerechtfertigt. Bei der Wahl des Standortes Wolfswinkel für ein geplantes SC Stadion stehen alleine Fragen des Lärm-, Arten- und Klimaschutzes im Zentrum des berechtigten Interesses der Bürgerinitiative, deren Mitglieder Bewohnerinnen und Bewohner der angrenzenden Stadtteile Mooswald, Landwasser sowie Brühl-Beurbarung sind, und damit Leid tragende der Lärm- und Verkehrsbelästigungen durch ein geplantes Stadion am Wolfswinkel. Mit allen weiteren Konsequenzen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Anwohnerinnen und Anwohner.

In der anschließenden Fragerunde war das Interesse der Anwesenden besonders auf einen bereits vom scheidenden Gemeinderat der Stadt Freiburg angekündigten Bürgerentscheid gerichtet. Wird dieser kommen und wie wird die Fragestellung lauten? Wie bindend ist dessen Ergebnis für eine gerichtliche Beurteilung des Verfahrens. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass ein Bürgerentscheid eine Chance darstelle, da auch Fragen der Finanzierbarkeit und Beteiligung der Stadt in Form einer Bürgschaft der gesamten Freiburger Bürgerschaft transparent aufgezeigt werden müssen. Auch die Frage der zukünftigen Nutzung des Stadions ist in erheblichem Maße für eine zu erwartende Lärmbelastung der angrenzenden Stadtteile von zentraler Bedeutung.

Die Versammlung hat gezeigt, dass es noch viele offene Fragen zum Verfahren und geplanten Stadionneubau gibt. Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich noch nicht ausreichend eingebunden und wünschen sich von Seiten der Stadt einen offenen Dialog, bei dem die Interessen der Betroffenen auch ernst genommen werden. Schließlich erhoffen sich alle Bürgerinnen und Bürger Freiburgs sowie die vielen treuen Fans des SC Freiburgs von einem Stadionneubau eine deutlich verbesserte Situation zum jetzigen Standort im Freiburger Osten im Stadtteil Waldsee. Eine Verlagerung des Problems von Ost nach West, kann hier keine für alle Seiten befriedigende Lösung sein. Die im Mooswald, Landwasser und Brühl-Beurbarung ansässige Bevölkerung wird diesen Umstand nicht einfach hinnehmen und sich mit allen rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln in das Verfahren einbringen.

Die Bürgerinitiative Pro-Wolfswinkel

Die BI vertritt die Interessen der BI-Mitglieder aus den Stadtteilen Mooswald, Landwasser, Brühl-Beurbarung sowie weiteren betroffenen Stadtteilen beim anstehenden Verfahren „geplanter Bau eines SC Stadions am Standort Wolfswinkel“. Die Bürgerinitiative spricht sich aus Lärm-, Arten- und Klimaschutzgründen gegen diesen Standort aus.

Dem Vorstand gehören Ursula Jautz, Vorsitzende, Lucia Henseler, stellvertretende Vorsitzende und Ralph Reiser, Kassierer, an. Birgit Biermann vertritt die Initiative gegenüber den Medien. Die Initiative, der sich bisher schon über 3.500 Bürgerinnen und Bürger angeschlossen haben, finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Durch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit dürfen Spenden-bescheinigungen ausgestellt werden. Auf der Homepage www.bi-pro-wolfswinkel.de werden alle, das Verfahren betreffenden Informationen, Fakten und Presseartikel veröffentlicht.

Die BI versteht sich als Initiative zum Erhalt des Naherholungsgebietes Wolfswinkel und der Transparenz im Verfahren zum geplanten Neubau des SC-Stadions.

Ihre Ansprechpartnerin bei der Bürgerinitiative Pro-Wolfswinkel:
Ursula Jautz, Vorsitzende
Untere Lachen 12
79110 Freiburg
0761 – 89 20 20
vorstand@bi-pro-wolfswinkel.de
www.bi-pro-wolfswinkel.de