Wolfswinkel-Untersuchung: OB Salomon rechnet mit Mehrheit.  BZ vom 14. 02. 2014

Hier u.a. Vorwurf Jendritzky hätte seine Segelfliegerei verschwiegen und sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen.

Leserbrief (von BZ nicht abgedruckt):

Zunächst will ich mich bei Herrn Roederer von der BZ entschuldigen, dass ich für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Ich hatte noch nicht gewusst, dass man sich bei der BZ abmelden muss, wenn man mit der Familie in den Skiurlaub fährt.

Überraschung: Jendritzky ist Segelflieger. Ja, das stimmt; ich versuche das seit 1956 zu verheimlichen! Ich bin darüber zur Meteorologie gekommen, bin seit 45 Jahren ehrenamtlicher Fluglehrer, fliege seit 1974 bei der Akaflieg e.V. in Freiburg und habe 1995 die BI Pro Flugplatz in dem erfolgreichen Bürgerbegehren klimatologisch beraten. Seit meiner Pensionierung 2005 habe ich mich an einem Hochleistungsmotorsegler beteiligt, der wie ein Motorflugzeug für Start und Landung die auch zukünftig nicht infrage stehende feste Piste des Verkehrslandeplatzes Freiburg benutzt, bei Segelflugwetter aber in vielen Stunden weite Strecken in der Thermik durch die Kraft der Sonne fliegt. Beim Thema Flugsicherheit habe ich im Dialogforum deshalb auch meine fliegerische Kompetenz eingebracht und z.B. die zu erwartenden Probleme in der Endphase des Landeanfluges so geschildert, wie es nur ein aktiver Flieger kann. Um meinen Argumenten noch mehr Gewicht zu verleihen, hat ein Diskussionsteilnehmer auf meine Segelflugerfahrung auch explizit hingewiesen. Ich bin also überrascht, dass dazu extra eine Internet-Recherche über meine Person notwendig war, bedanke mich aber bei OB Dr. Salomon, der richtig feststellte, dass ich damit „sicher nun kein schlechterer Gutachter“ wäre. Er hätte sogar sagen könne, dass ich als schon sehr lange in Freiburg fliegender Meteorologie-Professor von den lokalen Strömungsverhältnissen im Umfeld des Flugplatzes wohl mehr verstehe als irgendein Schreibtischgutachter.

Gleichwohl könnte man mich als befangen ansehen, weil ich mich als Wissenschaftler durch die Fokussierung der Stadt Freiburg auf den Standort Wolfswinkel provoziert fühle. Das Stadion mit der dafür notwendigen Verschiebung des Baufensters der Universität nach Westen konterkariert die über Dekaden gewachsenen wissenschaftlichen Argumente für die Bedeutung des Grünfingers Flugplatzareal für die benachbarten Stadtteile Mooswald und Brühl-Beurbarung bis hin zur Uni-Klinik. Das Thema „Klima“ wird im Hinblick auf die bereits vorhandenen Gesundheitsrisiken durch Wärmebelastung von der Stadt völlig unzureichend wahrgenommen. Jegliche Verschlechterung der klimatologischen Bedingungen erhöht einfach das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung. Vor dem Hintergrund einer Mortalitätsrate (Zahl der Todesfälle pro 100.000 Einwohner) in Freiburg, die 2013  fast 50% (!) über dem Landesdurchschnitt lag, setzt die Stadt –wohl unbeabsichtigt- falsche Prioritäten. Das ist der eigentliche Grund, warum ich als Klimawirkungsforscher die BI Pro Wolfswinkel in ihrem berechtigten Interesse unterstütze.

                                                           Prof. Dr. Gerd Jendritzky, Waldkirch, den 19.02.2014

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