Rede von Gerlinde Schrempp, 04.12.2014 Rothaus Arena „Neubau SC-Stadion im Wolfswinkel“

Lesen Sie hier die Rede von Gerlinde Schrempp bei der Informationsveranstaltung SC-Stadion-Neubau im Wolfswinkel am 4. Dezember 2014 in der Rothaus Arena.

 

Freiburg Lebenswert/Für Freiburg hat in der Gemeinderatssitzung vom 18.11.2014 die Kosten, die durch den Stadion-Neubau am Wolfswinkel auf die Stadt zukommen, analysiert und dafür Häme und Spott von den Befürwortern geerntet, ohne dass die Befürworter sich auch nur eine einzige der von uns genannten Zahlen angeschaut haben. Damit haben wir gerechnet.

 

Alle von uns genannten Zahlen beziehen sich auf die Gemeinderatsdrucksache für den 18.11., hinzu kamen die nahezu täglich aus dem Zylinder gezauberten neuen weißen Kaninchen in Form von Zusagen der Rothaus-Staatsbrauerei und des Landes. Die entsprechenden Gremien haben dazu aber noch nicht abgestimmt. Was „Edith und Claus“ miteinander besprechen ist bei aller Liebe noch keine Abstimmung im Landtag. Frau Sitzmann soll vor allem einmal mit genauen Zahlen belegen, wie sie auf Synergieersparnis von 10 Mio. € kommt. Es bleibt dabei, dass mindestens 103 Mio. € öffentliche Mittel in das Stadionprojekt fließen. Wer ein Problem mit dieser Zahl hat, kann sich an unserem Stand diese in schriftlicher Form aufgedröselt zu Gemüte führen. Auch alle anderen von uns genannten Fakten wurden vom Oberbürgermeister als Polemik bezeichnet. Aber wer eben nicht Ihrer Meinung ist, Herr Oberbürgermeister, der polemisiert, der kann angeblich nicht mit Zahlen umgehen.

 

Wenn wir uns nun dafür entscheiden, für den Profifußball Millionenschulden sowie weitere nicht kalkulierbare Risiken auf uns zu nehmen, dann sollten wir sicher sein, das Richtige zu tun. Ich darf daran erinnern, dass der SC in den letzten 36 Jahren lediglich 16 Jahre in der ersten, aber 21 Jahre in der zweiten Liga gespielt hat.

 

Denn es bedeutet, dass wir

 

–     weniger Geld in soziale Projekte,

–     weniger Geld in kulturelle Projekte,

–     weniger Geld für unsere Infrastruktur,

–     weniger Geld für Schulen,

–     weniger Geld für Brücken,

–     weniger für Straßen

–     weniger Geld für die Kinderbetreuung und

–     weniger Geld in bezahlbaren Wohnraum investieren können.

 

Im kleinen Kreis wird dann gesagt, dass alles gebaut und saniert würde, halt nicht jetzt, sondern später! Und es wird bis auf Weiteres bei den kümmerlichen 4,66 Mio. bleiben, die wir im Rahmen des Handlungsprogramms Wohnen für bezahlbaren Wohnraum ausgeben können.

 

Angesichts der Kosten müsste der neue Standort zu 100% zukunftsfähig sein, also nicht nur wieder für die nächsten 20 Jahre, nein er müsste Enkel-tauglich sein. Der jetzige Standort ist das nicht, er ist eingequetscht zwischen Universität und Landebahn, um keinen Meter erweiterbar, es sei denn, man schließt den Flugplatz, was sicher in den Hinterköpfen vieler Befürworter steckt. Man will da weitermachen, wo man 1995 von den Bürgern beim Bürgerentscheid Flugplatz in die Schranken verwiesen wurde.

 

 

Fazit:

 

  1. 103 Mio. € öffentlicher Mittel sowie weitere erhebliche Mehrkosten durch unüberschaubare Risiken soll der Steuerbürger übernehmen.

 

  1. Der Kostenansatz von nur 5 Mio. für die Beseitigung der Deponiealtlasten widerspricht allen Erfahrungswerten. Siehe hierzu die Kosten für eine minimalste Korrektur von wenigen Metern an der Landebahn vor Kurzem!

 

  1. Ein Teil des Grundstücks ist Landeseigentum. Der Kaufpreis ist bisher nicht Teil der Kostenprognose. In der Gemeinderatsdrucksache von 1996 ist von Preisen zwischen 200 und 300 DM beim Grundstückstausch Stadt/Land nachzulesen. Jetzt plötzlich Null.

 

  1. Sicher ist, dass Ihre Berechnungen lediglich Annäherungen sind, keine Kostenschätzung, keine Kostenermittlung und schon gar keine Kostenberechnung.

 

 

Noch ein paar Worte zur angeblichen Fairness:

 

Die Stadt hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht, kann sie auch gar nicht, weil es keine Lösungen gibt. Herr Staible hat in einer CDU-Veranstaltung im Schiff in St. Georgen gesagt, dass man keine Lösung hat

 

  1. Was den Verkehrsfluss zu den Möbel-Häusern in der Hermann-Mitsch-Straße betrifft, die massive Umsatzeinbußen und damit Arbeitsplatzverluste zu erwarten haben, wenn der Neubau kommt.
  2. Was die Fanlenkung im Bereich des Stadtteils Mooswald betrifft, den Stadtteil Brühl-Beurbarung und das Klinikum hat er gar nicht erst genannt.
  3. Dass es für den Segelflug und Fallschirmsport keine Lösungen gibt.

 

 

Polemik ist, Herr Oberbürgermeister, wenn Sie Herrn Niethammer von NABU als netten Kerl bezeichnen, der aber in Sachen Fauna und Flora die Wahrheit nicht gepachtet hätte. Polemik ist nun sicher auch das Schreiben von Herrn Prof. Reif, und der Ihnen in seinem Schreiben mitteilt, dass der Eingriff durch den geplanten Neubau des Stadions durch die angedachten Maßnahmen nicht ausgeglichen werden kann.

Polemik ist wohl auch das Schreiben vom BUND, der sich gleichlautend wie die vorgenannten Organisationen geäußert hat.

errn Prof. Reif, Hedrrn Priof. Reif, auch Schon bemerkenswert, dass Sie als Grüner, der Sie doch wohl noch sind, die Naturschutzverbände überhaupt nicht ernst nehmen!

 

Sportlich Unfair – meine Damen und Herren von den Pro Stadion-Vereinen – ist, wenn Sie den über 100 jährigen Segelflug in Freiburg einfach eliminieren zugunsten eines Profi-Sportvereins, ohne sich jemals mit der sozialen und hochintegrativen Arbeit dieser Sportart auseinandergesetzt zu haben.

 

Unverantwortlich ist es, wenn Sie Rettungs- und Organtransportflüge nach Freiburg auf das Höchste gefährden und behaupten, dass diese auch per Hubschrauber erfolgen könnten. Das ist nicht möglich und wird auch nicht möglich, nur weil Sie es ständig wiederholen.

Zu den sogenannten anderen Gutachten werden Sie noch von uns hören!

 

Vielen Dank!

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